Warum ist es eigentlich so schwer, das umzusetzen, was man sich vorgenommen hat? Und was können wir tun, damit es uns leichter fällt?
Ein wichtiger Schlüssel dazu ist die Brille, mit der wir unser Vorhaben betrachten. Egal, was es genau ist.
Schauen wir uns ein konkretes und weit verbreitetes Phänomen genauer an.
Langsam rückt der Frühling näher und mit ihm erwacht bei vielen der gute Vorsatz, sich mit den steigenden Temperaturen endlich wieder mehr zu bewegen, etwas für die eigene Fitness oder vielleicht sogar für die gewünschte Bikinifigur zu tun. Wir haben mehrere Möglichkeiten, das Thema anzugehen.
Möglichkeit 1: Das Opfer
Die Opferhaltung ist die einfachste Perspektive. Mit dieser Haltung sind wir besonders gut darin, Begründungen zu finden, warum es einfach nicht geht. „Ich habe einfach keine Zeit mich mehr zu bewegen“ oder „Ich bin abends immer viel zu müde“ oder „Wenn ich nur die nötige Ausrüstung hätte, würde ich…“. Wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, wissen wir, dass das alles nur Ausreden sind. Dass es leichter ist, die Schuld auf äußere Umstände zu schieben, als zuzugeben, dass der innere Schweinehund im Moment einfach noch zu groß ist. Wenn wir uns das eingestehen, sind wir schon einen großen Schritt weiter und der Möglichkeit 2 ein Stück näher gekommen.
Möglichkeit 2: Der Problemlöser
Aus dieser Perspektive versuchen wir immer, passende Lösungen für konkrete Herausforderungen zu finden und aus allem das Beste zu machen. Wir planen kurze, aber feste Zeitfenster ein, die sich mit der richtigen Planung auch in einen vollen Terminkalender integrieren lassen.
Wir passen unseren Lebensstil an, achten auf ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung, um der Müdigkeit entgegenzuwirken.
Außerdem suchen wir nach praktikablen Alternativen wie Fitnesstraining, das auch ohne große Geräte möglich ist.
Das klingt auf den ersten Blick nach einer sinnvollen und guten Taktik. Aber es ist eher reaktiv. Wir reagieren nur auf Herausforderungen und suchen mit Kreativität und analytischem Denken nach schnellen Lösungen für ein bestimmtes Ziel, das wir erreichen wollen. In diesem Beispiel wäre das die gewünschte Bikinifigur. Diese Herangehensweise bringt uns oft zum Ziel, aber nur so lange, bis wir es erreicht haben. Und nur weil wir es erreicht haben, heißt das noch lange nicht, dass es der neue Dauerzustand ist. Sobald wir langfristig etwas erreichen wollen, sollten wir uns mit Möglichkeit 3 beschäftigen.
Möglichkeit 3: Der Architekt
Wenn wir uns als Architekten sehen, verfolgen wir langfristige Ziele, wie z.B. generell mehr Bewegung in unser Leben zu integrieren, und zwar nicht primär aus dem Wunsch nach einer Bikinifigur oder getrieben von einem schlechten Gewissen. Vielmehr geht es darum, die körperliche Fitness langfristig zu fördern.
Während der Problemlöser Herausforderungen oft als Sprint sieht, betrachtet der Architekt sie als Marathon. Die Meilensteine werden also kleiner gesetzt, damit sie schneller erreichbar sind, was wiederum motiviert, langfristig am Ball zu bleiben.
Flexibel zu bleiben und einen Plan anzupassen, gehört bei dieser Perspektive dazu. Bewegung soll schließlich zu einem festen Bestandteil des Lebens werden und dabei darf der Spaß nicht zu kurz kommen.
Diese Denkweise ist proaktiv, denn gerade bei langfristigen Zielen sind eine gute Vorausplanung und eine bewusste Lebensgestaltung von entscheidender Bedeutung.
Die Motivation entsteht nicht durch ein konkretes Ziel, sondern durch eine klare Lebensvision, wie ein ausgewogenes und erfülltes Leben für jeden Einzelnen aussieht.
Setze deine guten Vorsätze in die Tat um
1. Erkenne, wann du dich als Opfer siehst und gestehe dir das ein.
2. Finde eine Motivation für dein Ziel, wenn es am Anfang ein kurzfristiges Ziel ist, ist das auch in Ordnung.
3. Plane feste Zeiten ein und halte dich daran.
4. Setze die Latte nicht zu hoch. Beginne auch mit kleinen Schritten, denn kleine Schritte führen schneller zum Ziel als gar keine 😉
5. Bleibe flexibel und erlaube dir, deine Pläne anzupassen, ohne dich dafür zu verurteilen.
6. Feiere deine Zwischenerfolge, sie helfen dir motiviert zu bleiben.
7. Lege dir ein Fortschrittstagebuch an, das dir hilft, mit der Zeit deine eigene Vision zu entwickeln.
Was auch immer du erreichen möchtest, seien es persönliche oder berufliche Ziele. Ich hoffe sehr, dass dieser Beitrag dich auf deinem Weg ein wenig unterstützen kann.